Durchwachsene Ergebnisse bei verdeckten Test der Verbraucherzentralen
Grundsätzlich ist mir Häme fern. Hier hat die Finanzindustrie ein Marktforschungsinstitut beauftragt in fünf verschiedenen Städten die Qualität der Beratung von Verbraucherzentralen zu testen.
Neben den sehr unterschiedlichen Preisen trat bei der Beratung z.B. zur Rentenversicherung sehr unterschiedliche Qualität zu Tage.
Einen Bericht dazu gibt es bei der Financial Times Deutschland hier.
Jetzt such ich eine Beratung kann ich mich da auf TÜV Zertifikate verlassen?
Nach einem Artikel in der Financial Times Deutschland vom 21.01.2010 gibt es Experten die das anders sehen, da meist nur technische und personelle Anforderungen geprüft würden, nicht die Beratungsqualität selber.
Den ganzen Artikel gibt es hier: Artikel Financial Times Deutschland
Da die Prüfsiegel von den jeweilig geprüften Konzernen selber bezahlt werden, ist die Unabhängigkeit für die verschiedenen TÜV Unternehmen zumindest eine Herausforderung. Ob ein schlecht bewertetes Finanzunternehmen sein Prüfergebnis veröffentlich, ist auch fraglich.
Nicht zuletzt konzentrieren sich die Prüfzertifikate natürlich nur auch Finanzkonzerne die der Meinung sind mit diesen auch das notwendige Marketing machen zu können. Für kleine Unternehmen und Einzelkämpfer die eine persönliche Beratung anbieten lohnt sich das in aller Regel nicht.
Meine Empfehlung: Schauen Sie sich verschiedene Berater an, lassen Sie sich nicht drängen und vertrauen Sie auch auf Ihr Bauchgefühl.
Rentenversicherungen werden kritisiert, da fragt man sich – „Braucht man die eigentlich?“
Verbraucherschützer melden: Rentenversicherungen lohnen sich nicht, weil die Rentenversicherer von zu hohen Lebenserwartungen ausgehen und damit zu geringe Renten auszahlen. Alternativ kann man sein Geld selber sparen und wenn man aufhört zu arbeiten nimmt man sich immer den Betrag vom Guthaben, den man braucht.
Ein schlauer Gedanke. Doch leider funktioniert das so nicht. Warum nicht? Weil niemand genau weiß, wie alt er/sie wird. Das ist der Knackpunkt! Ist also das angesparte Geld zu niedrig, bleibt nach einer gewissen Zeit vom Geld nichts übrig. Altersarmut droht.
Um dieses Risiko aufzufangen gibt es die private Rentenversicherung da. Die private Rentenversicherung übernimmt, analog der gesetzliche Rentenversicherung, das Risiko, das wir älter werden als wir denken – und das Geld reicht. Grundsätzlich sind sich die beiden Modelle sehr ähnlich. Auch die Rentenversicherung ist ein Sparplan, der eben bis zur Rente reicht.
Wie stellt die Rentenversicherung sicher, dass immer genug Geld übrig ist?
Der Einzelne weiß nicht wie alt er/sie wird. Für eine große Gruppe von Menschen kann man recht genau berechnen wie alt diese im Durchschnitt wird. Also “bündelt” die private Rentenversicherung Menschen, packt einen Sicherheitsaufschlag drauf und der Einzelne weiß: das Geld reicht bis zum Schluss. Das ist der Trick, der nur in einer Gruppe, also einer Rentenversicherung erreicht werden kann.
Und was wenn der Sicherheitsaufschlag zu groß war?
Dazu gibt es einen schlimmen Fachbegriff: “Sterblichkeitsgewinne”. Bei privaten Rentenversicherungen müssen 75 % dieser “Sterblichkeitsgewinne” wieder im Topf der Versicherten landen. Bei Rentenversicherungsversicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit, die im Besitz der Kunden sind, landen die Gewinne sogar zu 100 % wieder im Topf.
Warum wird die private Rentenversicherung staatlich gefördert?
Sie wird staatlich gefördert, weil sich der Staat keine armen alten Menschen leisten kann. Deswegen gibt er Geld dazu. Entweder über die Förderung in der Sparphase wie bei Riester- oder Rürup- ,bzw. Basisrente oder durch geringe Besteuerung der Rente, wenn man aus seinem Netto gespart hat. Der Staat fördert also in jedem Fall die private Rentenvorsorge.
Welches Angebot ist jetzt optimal? Riester- oder Rüruprente oder doch aus dem Netto sparen?
In einem Satz: Das hängt von Ihrer persönlichen Situation ab! Meist ist aber eine Kombination aus beidem Modellen sinnvoll. Für die Entscheidung welche Kombination Riester-, Rüruprente oder privater Rentenversicherung für Sie die Beste ist, sollten Sie sich beraten lassen – am besten von Experten mit Erfahrung, wie unabhängigen Finanzberatern.
mehr Infos hier
Herr Escher gibt Tips zur Auswahl eines guten Beraters zur Rentenversicherung
Bei aller Polemisierung und aufgeregten Sprache des Berichts. Inhaltlich alles richtig. Ein geschlossener Fonds hat in der Grundversorgung der Rente nichts zu suchen.
Experten der Rentenversicherung??? Schauen und wundern.
Wie Prof. Rürup, Prof. Raffelhüschen und Prof. Börsch-Supan mit der privaten Wirtschaft “verbunden” sind.
Man sollte sich halt doch auch immer eine eigene Meinung bilden.
Plus Minus Bericht über Beratung zur Rentenversicheurng beim AWD
So sollte eine Beratung zur Rentenversicherung natürlich nicht stattfinden.
Mein Rat: Hören Sie auch in Geldangelegenheiten auf Ihren Bauch. Wenn es sich irgendwie komisch anfühlt, nachfragen und im Zweifel das Gespräch abbrechen.
Lebens- oder Rentenversicherung
Im Folgenden möchte ich einige Gedanken zu Vor- und Nachteilen der kapitalgebundenen Lebensversicherung oder Rentenversicherung zusammenfassen. Die Aufzählung ist sicher nicht vollständig und spiegelt meine eigene Meinung wider.
Die Anlage der Sparrate in der kapitalgebundenen Rentenversicherung erfolgt im so genannten Deckungsstock des jeweiligen Versicherers. Die kapitalgebundene Rentenversicherung ist gesetzlich verpflichtet einen großen Teil des Geldes in so genannte mündelsichere Papiere anzulegen. Nur bis zu 30 % darf er in Aktien anlegen. Die durchschnittliche Aktienquote deutscher Rentenversicherer liegt aktuell bei ca. 8 – 9 %. Neben der Anlage in mündelsichere Papiere (in der Regel Staatsanleihen hoher Bonität, z.B. aus Deutschland) wird zu einem kleinen Teil in Immobilien investiert.
Da die kapitalgebundene Rentenversicherungen nach dem Handelsgesetzbuch bilanzieren müssen, werden Immobilien über 30 Jahre abgeschrieben. D.h. nach 30 Jahren sind sie in der Bilanz nichts mehr Wert.
Für Aktien gilt, dass sie zum niedrigsten Wert seit Erwerb Bilanziert werden müssen.
Wann die kapitalgebundene Rentenersicherung diese Reserven hebt bleibt ihm überlassen. Konkret: Ob und wann Sie an den Überschüssen die aus Ihrem Geld erwirtschaftet worden sind beteiligt werden, liegt im Ermessen der Rentenversicherung. Insbesondere bei vorzeitiger Kündigung gewährt die Rentenversicherung in der Regel überhaupt keine Überschussanteile. Das bedeutet, nur durch die Kündigungen der Anderen können kapitalgebundene Rentenversicherungen ihre mageren Renditen überhaupt erreichen.
Worin konkret die Rentenversicherung das eingezahlte Geld anlegt, bleibt völlig im Dunklen. Aus meiner Sicht ist diese Anlageform zutiefst Intransparent.
Wenn man sich dann eine Rentenversicherung ausgesucht hat der aktuell die höchsten Überschüsse ausweist, gibt es keine Gewähr, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Wenn nach 10 Jahren die gewählte kapitalgebundene Rentenversicherung an das Ende der Renditeskala gerutscht ist, bleibt einem nichts anders übrig als – inflationsbereinigt – null Prozent Rendite zu akzeptieren oder erneute eine neue Rentenversicherung abzuschließen. Dies führt zu hohen Kosten bei Änderung der Anlageverwaltung die bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung oft kostenlos sind.
Schon im April 1983 verklagt der Verband der Lebensversicherungsunternehmen den Bund der Versicherten auf Unterlassung der Aussage: „Lebensversicherung zur Altersversorgung ist legaler Betrug.“ Das LG Hamburg weist die Klage als unbegründet ab.
Es gibt bei der kapitalgebundenen Lebensversicherung oder Rentenversicherung keine Anpassung an die eigene Risikostruktur! Während zum Beispiel in jungen Jahren eine höhere Aktienquote sinnvoll und relativ risikoarm ist, wird eine hohe Schuldscheinquote später sinnvoll. Bei der kapitalgebundenen Rentenversicherung bleibt die Anlage über verschiedene Jahre relativ gleich und fokussiert sich zu über 80 % auf renditearme Schuldscheine.
Eigentlich ein gutes Argument für die kapitalgebundenen Rentenversicherung ist, dass das Anlagerisiko bei der fondsgebundenen Rentenversicherung beim Kunden liegt. Das ist auch so. Allerdings kann man die Risikostruktur der kapitalgebundenen Rentenversicherung in einer fondsgebundenen Rentenversicherung abbilden, indem man zum Beispiel 80 % in Renten-fonds, 10 % in Immobilienfonds und 10 % in Aktienfonds investiert. Aber auch hier gilt. Ein Wechsel des Anlagemanagements ist jederzeit möglich. Generell halte ich bei jüngeren Menschen eine höhere Aktienquote für sinnvoll. Ich bin mir sicher, wenn nach 30 Jahren die Aktien niedrigere Kurse haben als heute, haben wir andere Probleme als die Altersvorsorge. Historisch hat es das noch nicht gegeben. Wozu also die Garantie?
Sachwert gegen Geldwert oder wie sicher sind langfristig Renditen und Garantien
Es gibt nur zwei Arten Geld anzulegen: Investieren oder verleihen
- wenn man Geld verleiht erhält man einen Schuldschein. Unabhängig davon, es sich um ein Sparbuch, einen Pfandbrief, eine Unternehmens- oder Staatsanleihe, Rentenfonds, Kommunal- oder Bundesobliga-tionen handelt. Der Schuldner garantiert die Zinszahlung und die Rückzahlung am Ende.
Darunter versteht man landläufig eine Garantie.
- Es bestehen immer die Risiken: Ausfall des Schuldners, Zinsänderung (und damit Wertverlust- oder Steigerung) und die Inflation (was nutz einem die Garantie, wenn man für die garantierte Summe nur einen Kaffee kaufen kann).
- Bei der Investition von Geld in Unternehmen (Aktien), Antiquitäten, Gold, Immobilien, Oldtimer, etc. weiß man zum Zeitpunkt des Kaufs nicht zu welchem Preis die Investition wieder verkauft werden kann. Man kann immer nur hoffen, dass der zu erzielende Preis dann höher ist. Historisch betrachtet hat die Investition in Unternehmen (Aktienfonds) je nach Land eine durchschnittliche Überrendite von 2 – 2,5 % erzielt. Bei einem Durchschnittszinssatz für Schuldscheine von z.B. 5 % also 7,5 %.
Bei einer für die Altervorsorge üblichen Anlagedauer von 30 Jahren werden aus 10.000 Euro bei 5 % Rendite 43.219 Euro, bei 7,5 % Rendite 87.549 Euro. Dies entspricht einem 103 % besseren Er-gebnis. Bei einer regelmäßigen Sparrate von 100 Euro ist der Unterscheid immerhin noch 61 %.
. Die Investition in Sachwerte bringt einen gewissen Inflationsschutz mit.
Gängige Argumente gegen den Rückkauf
1. Garantiezins ist noch hoch:
Konkret (nach Kosten) bietet die viel gepriesene Garantieverzinsung nach Kosten oft nicht mal einen Inflationsschutz. Wer braucht das?
2. Die Besteuerung der Erträge von Altverträgen ist besser:
Das stimmt nur wenn das Geld auf einmal ausgegeben wird. Das ist aber regelmäßig nicht der Fall – bei einer Verrentung hat sich die steuerliche Situation sogar noch verbessert.
3. Wenn man jetzt kündigt ist alles Geld futsch und der neue Vertrag kostet auch wieder Geld:
Man kann natürlich gutes Geld schlechtem hinterher werfen. Mindestens bei Menschen die unter 45 sind lohnt sich der Neuabschluss bei der historischen Überrendite von 2 – 2,5 % pro Jahr auch noch nach Kosten.
4. Die Überschüsse sind gerade gering, aber andere Versicherer bieten auch nicht mehr:
Noch ein Grund mehr Alternativen zum Deckungsstock des Versicherers zu suchen. Leider werden bei Abschluss der Verträge nicht die durchschnittlichen Überschüsse der letzten Jahre zu Grunde gelegt, sondern die letzten deklarierten Überschüsse. Dies führt regelmäßig zu Ergebnissen die – vor Kosten – über oder unter dem langjährigen Mittel von ca. 5 % liegen.
Alternativen:
1. weiterlaufen lassen
2. Beitrag reduzieren
3. Beitragsfrei stellen
4. Rückkaufen/kündigen
